Übergewicht reduzieren – Schönheitsideale – Altersgruppen

Übergewicht reduzieren – Schönheitsideale – Altersgruppen

Schlankheit als Schönheitsideal

Ideale wandeln sich im Laufe der Zeiten, so auch Schönheitsideale. Zu Rubens Zeiten galten üppige Frauen mit starken Hüften als schick, modern und begehrt. In den 50er Jahren waren z.B. Ikonen wie Marilyn Monroe oder die Loren mit kurvigen Figuren, Busen und Po angesagt. Dann kam in den 60ern das spindeldürre Model Twiggy, die mit den Maßen 78-55-80 bei ihrer Größe extrem dünn war, aber bis heute das Schönheitsideal, vor allem in der Modewelt und auf dem Laufsteg stark beeinflusste.

Modediktat gleich Figurdiktat

Schlankheit ist auch heutzutage gefragt. Wir werden von der Mode- und Werbeindustrie, ebenso auch durch Film und Fernsehen, von Zeitschriften etc. bestimmt, und es wird uns suggeriert, dass nur ein schlanker Mensch schön und beliebt sein kann. Dass dem nicht so ist, wissen wir alle, trotzdem lassen wir uns beeinflussen, zumal schlank sein auch zumeist mit gesund, sportlich und erfolgreich assoziiert wird. Das Ergebnis ist, dass sich viele für zu dick halten, auch wenn sie es in Wahrheit gar nicht sind.

Ab wann ist man wirklich übergewichtig?

Übergewicht (Adipositas) bedeutet, dass ein das Normalmaß übersteigende Körperfett vorhanden ist. Was als normal angesehen wird und was nicht, wird durch den BMI Bodymaßindex ausgewiesen. Dieser stellt das Gewicht in Relation zur Körpergröße. So bedeutet ein BMI von

  • weniger als 18,5: Untergewicht – Risiko für Begleiterkrankungen: niedrig
  • 18,5 – 25: Normalgewicht – Risiko für Begleiterkrankungen: durchschnittlich
  • 25 – 30: leichtes Übergewicht (Präadipositas) – Risiko für Begleiterkrankungen: gering erhöht
  • 30 – 35: Übergewicht Grad 1 (Adipositas) – Risiko für Begleiterkrankungen: erhöht
  • 35 – 40: Übergewicht Grad 2 (Adipositas) – Risiko für Begleiterkrankungen: hoch
  • über 40: Übergewicht Grad 3 (Adipositas) – Risiko für Begleiterkrankungen: sehr hoch

Das Geschlecht, ob männlich oder weiblich, spielt bei der Berechnung des BMI ebenfalls eine Rolle, ebenso das Alter, denn Kinder und Jugendliche werden gesondert berechnet. Und erst wenn Ihr Körpergewicht mehr als 20 Prozent über dem Sollgewicht liegt, gelten Sie im medizinischen Sinne als übergewichtig.

Altersgruppen

Junge Menschen

Bei Kindern und Jugendlichen steht ein niedriger Bodymaßindex für eine hohe Lebenserwartung. Nach der Geburt steigt der Bodymaßindex bei Kindern (abhängig vom Geschlecht) etwa bis zu 8-9 Monaten an, danach sinkt er bis zu einem minimalen Wert zwischen 4 und 5 Jahren, und steigt dann wieder kontinuierlich an. Dabei haben Mädchen zwischen dem 11. und 16. Lebensjahr einen höheren Bodymaßindex als Jungen. Später ist es genau anders herum, da die Jungs einen höheren BMI als die Mädchen haben. Auf meiner Seite BMI-Rechner können Sie überprüfen, ob Sie tatsächlich adipös sind.

Ältere Menschen

Da im Alter die Körperlänge abnimmt, steigt trotz gleich bleibendem Körpergewicht der Bodymaßindex an, und es zeigt sich ein erhöhter BMI. Sofern es sich nur um einen leichten Anstieg des BMI handelt, braucht sich jedoch niemand Sorgen zu machen. Im Gegenteil, es soll sogar vorteilhaft sein, im Alter über höhere Energie- und Nährstoffreserven zu verfügen. Um einiges höhere Energie- und Nährstoffreserven helfen älteren Menschen dabei, um Krankheiten, die gerade im fortgeschrittenen Alter nicht ausbleiben, besser über- und durchstehen zu können. Denn auch wenn der Körper eines älteren Menschen weniger Energie verbraucht, trotzdem benötigt er ausreichend Nährstoffe. Zum Teil auch mehr, als ein junger Mensch benötigt, wenn bei einem äleren Menschen bereits Erkrankungen vorliegen sowie auch die Einnahme von Medikamenten erforderlich ist. Insofern darf ein älterer Mensch auch einen erhöhten Bodymaßindex haben, denn das bedeutet, dass durch das Vorhandensein von reichlich Energie- und Nährstoffreserven eine höhere Lebenserwartung vorhanden ist.

In den Wechseljahren

Ebenso ist es ganz normal, wenn ein körperlich schwer arbeitender männlicher Erwachsener mehr Energie- und Nährstoffreserven benötigt und somit einen höheren BMI ausweist, als beispielsweise eine weibliche Erwachsene, die nicht so schwer körperlich arbeitet. Mit zunehmenden Alter benötigt der Körper jedoch weniger Energie, weil die Muskelmasse abnimmt. In den Wechseljahren legen aufgrund der Hormonumstellung daher viele Frauen und auch Männer deutlich an Gewicht zu. Wie Sie in den Wechseljahren Ihr Gewicht halten bzw. überflüssige Kilos abnehmen können, auf meiner Seite über die Wechseljahre einige Informationen und Tipps…

Der dicke Bauch

Das Gewicht ist die eine Sache, aber der Ort, wo sich das Körperfett hauptsächlich angesammelt hat, ist vor allem entscheidend für unsere Gesundheit. Besonders kritisch ist, wenn sich das Fett im Bereich des Bauches angelagert hat. Es ist sicher einleuchtend, dass dann ein besonders großes Risko für Herz- und Kreislauferkrankungen und andere Erkrankungen besteht, weil die wichtigsten Körperorgane, wie beispielsweise das Herz, die Leber und der Magen-Darm-Bereich rund herum in Fett eingebettet sind. Inwieweit bereits ein Risiko für Erkrankungen besteht, kann jeder mit einem Maßband bei sich selbst überprüfen.

  • Taillenumfang beim Mann: mehr als 94 cm: erhöhtes Risiko
  • Taillenumfang beim Mann: mehr als 120 cm: stark erhöhtes Risiko
  • Taillenumfang bei der Frau: mehr als 80 cm: erhöhtes Risiko
  • Taillenumfang bei der Frau: mehr als 120 cm: stark erhöhtes Risiko

Abnehmen in jedem Alter und in jedem Zustand?

Wer einen Bodymaßindex zwischen 25 und 30 mit erhöhtem Risiko für Begleiterkrankungen hat, sollte sein Körpergewicht reduzieren. All diejenigen, deren BMI noch höher ist, sollten an die bestehenden Gefahren für Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Gicht sowie Erkrankungen der Gelenke denken und unbedingt abspecken.

Kinder und Jugendliche, die nur ein geringfügiges Übergewicht haben und sich noch in der Wachstums- bzw. Entwicklungsphase befinden, sollten hingegen keine Gewichtsreduktion beginnen, sich stattdessen gesund und ausgewogen ernähren sowie viel bewegen.

Ältere Menschen über 70 Jahre sollten ebenfalls überdenken, ob eine Reduzierung ihres Gewichts Sinn macht, sofern sie nur ein leichtes Übergewicht zu verzeichnen haben. Chronisch kranke Menschen, Schwangere und Stillende sollten besser auch keine Gewichtsabnahme vornehmen.

Im eigenen Körper wohl fühlen

Wenn Sie sich mit einem leicht erhöhten Bodymaßindex in Ihrem Körper wohl fühlen, so haben Sie eigentlich keinen Grund für eine Gewichtsreduktion. Lassen Sie sich diesbezüglich auch nicht von anderen Leuten beeinflussen. Fühlen Sie sich unwohl, unbeweglich und zu dick und ist dies anhand eines deutlich erhöhten Bodymaßindex nachzuvollziehen, so ist und bleibt es dennoch Ihre Entscheidung, ob Sie schlanker werden wollen. Abnehmen ist Kopfsache, denn erst wenn Sie sich klar dafür entschieden haben, wird es Ihnen gelingen.

Befragen Sie in jedem Fall immer Ihren Arzt und holen Sie die Experten-Meinung zur geplanten Gewichtsreduktion ein.


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